Meinung

Ebola: Der Kampf ist noch nicht vorbei

Nach Liberia ist nun auch Sierra Leone „ebolafrei“. Nach einem langen Kampf gegen das Virus ist das ein wichtiges Etappenziel. Währenddessen entwickelt sich Guinea zum Sorgenkind: Die Zahlen der Neuinfektionen sind wieder gestiegen, sodass es fraglich ist, wann die Ebola-Epidemie tatsächlich beendet ist.

Aber selbst wenn der bisher größte Ausbruch der Geschichte sich dem Ende zuneigt, werden Guinea, Liberia und Sierra Leone noch viele Jahre unter den wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Folgen leiden. Die betroffenen Länder gehörten bereits vor der Epidemie zu den ärmsten Ländern der Welt. Und nach den aktuellen Berechnungen der Weltbank hat allein der Staatshaushalt Sierra Leone im laufenden Jahr mit 1,4 Milliarden Dollar Verlust zu rechnen. Zudem führt die Epidemie unter anderem zu schweren Mängeln in der Prävention gegen andere Krankheiten, z. B. bei der Masern-Impfung von Kindern und der Langzeit-Behandlung von HIV-PatientInnen. Viele Ebola-Überlebende sind in ihren Gemeinden weiterhin mit sozialer Ausgrenzung und Stigmatisierung konfrontiert, oder leiden an Spätfolgen wie Hirnhautentzündungen, Erblindung, Hörverlust oder Gelenkschmerzen.

Deshalb haben wir eine Kleine Anfrage „Umsetzung der angekündigten Reformen und Hilfszusagen zur Verbesserung der Globalen Antwort auf Gesundheitskrisen wie Ebola“ eingereicht, um zum einen zu erfahren, inwieweit die Bundesregierung die von Ebola betroffenen Länder beim Wiederaufbau nachhaltig unterstützt, und zum anderen, welche Ankündigungen, wie das Installieren einer Weißhelmtruppe, das Einsetzen eines Forschungsfonds sowie die Unterstützung beim Aufbau von Basis-Gesundheitssystemen, sich tatsächlich in der Umsetzung befinden.

Die Bundesregierung hat viel angekündigt – sei es auf der Vollversammlung der Weltgesundheitsorganisation oder auf dem G7-Gipfel in Elmau. Die entscheidende Frage ist aber, ob sie das Wort auch halten kann?

Bis jetzt lässt sich zumindest noch kein ganzheitliches Konzept der Bundesregierung erkennen. Dies wäre aber dringend notwendig. Bundeskanzlerin Merkel stellt das Gipfeljahr 2015 unter das Thema „Globale Gesundheit“. Es ist an der Zeit, uns in diesem Rahmen ernsthaft zu fragen

  1. inwieweit überhaupt Verbesserungen insbesondere in der nationalen und internationalen Seuchenbekämpfung erzielt wurden und
  2. inwieweit ärmere Länder tatsächlich dabei unterstützt werden, Basis-Gesundheitssysteme vor Ort aufzubauen.

Die Weltgemeinschaft muss jetzt endlich zügig von Berichten zu Taten schreiten, damit wir auf die nächste Gesundheitskrise besser vorbereitet sind!