Pressemitteilung

Welt-Aids-Tag: Benachteiligte müssen stärker unterstützt werden

Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember erklären Kordula Schulz-Asche, Mitglied im Gesundheitsausschuss, und Ottmar von Holtz, Mitglied im Unterausschuss Globale Gesundheit:

Wichtige Erfolge in der Prävention und Behandlung von HIV und Aids dürfen über eines nicht hinwegtäuschen: Es stehen noch gewaltige Herausforderungen vor uns, bis die Epidemie besiegt ist. Vor allem in Entwicklungsländern ist HIV oft ein Problem der ärmeren Bevölkerung – zum einen weil Aufklärung sie nicht erreicht und sie keinen Zugang zu Kondomen und anderen Präventionsmitteln haben, zum anderen weil es noch keine flächendeckende Behandlung im ländlichen Raum gibt.

„Niemanden zurücklassen“ – zu diesem Ziel hat sich Deutschland mit der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ verpflichtet. Das bedeutet, dass man die besonders Benachteiligten stärker unterstützen muss. Dazu gehören auch weltweit etwa 1,8 Millionen Kinder, die mit HIV infiziert sind. Viele von ihnen erhalten nach Informationen von „Ärzte ohne Grenzen“ keine Therapie, weil es schlichtweg keine kindgerechten Medikamente gibt. Pharmaunternehmen und Regierung müssen mehr für die Forschung und Entwicklung kostengünstiger Medikamente für Kinder und Jugendliche tun. Auch weil Patientinnen und Patienten, die in Behandlung sind, das Virus in der Regel nicht weiter übertragen.

Deshalb sollte Deutschland mit gutem Beispiel voran gehen und die finanziellen Zusagen für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) für die Wiederauffüllungskonferenz Ende 2019 frühzeitig öffentlich machen. Durch eine frühe Bekanntgabe würden andere Länder ermutigt, es Deutschland gleichzutun. Der GFATM ist ein wichtiges Finanzierungsinstrument für Präventions- und Behandlungsprogramme und nur wenn der Fonds über ausreichende Finanzmittel verfügt, kann es uns gelingen, die verheerendsten Epidemien unter Kontrolle zu bringen.

Weltweit wie auch in Deutschland sind wir noch weit von der Erreichung der Ziele des UN-AIDS-Programms entfernt. Etwa 11.400 Menschen hierzulande wissen weiterhin nichts von ihrer HIV-Infektion und begeben sich daher erst sehr spät in Behandlung. Die seit Oktober erhältlichen HIV-Selbsttest und der Zugang zur medikamentösen HIV-Prophylaxe „PreP“ sind wichtige Bausteine, um hier weiter entgegenzuwirken. Auch die Social-Media Kampagne der AIDS-Hilfe, „#wissenverdoppeln“, leistet hier einen wichtigen Beitrag. Am wichtigsten ist jedoch, dass Stigmatisierung und Diskriminierung der Betroffenen weiter abgebaut werden. Wer Kranke ausgrenzt und Gefährdeten Prävention versagt, löst keine Probleme, sondern setzt bisherige Erfolge im Kampf gegen Aids aufs Spiel.