Statement zur Impfempfehlung durch die Ständige Impfkommission für den SARS-CoV-2-Impfstoff von AstraZeneca.

Auf Initiative von Kordula Schulz-Asche ergibt sich folgendes Statement der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen AG Gesundheit und Pflege zur Anpassung der Impfempfehlung durch die Ständige Impfkommission für den SARS-CoV-2-Impfstoff von AstraZeneca.

Die Impfstoffzulassung ist in Europa und den in Deutschland beteiligten Institutionen ein sicheres Verfahren, in dessen Vorfeld zahlreiche, standardisierte Tests durchgeführt werden. Trotzdem können manche, vor allem äußerst seltene Nebenwirkungen erst nach der Zulassung bei der Anwendung in viel größeren Bevölkerungsgruppen beobachtet werden. Dies ist für den AstraZeneca-Impfstoff offensichtlich der Fall.

Wissenschaft ist ein dynamischer Prozess. Die aktuelle Anpassung der Impfempfehlung für den AstraZeneca-Impfstoff gegen das SARS-CoV-2 beweist, dass der Übergang von Studienergebnissen ins praktische Handeln in Deutschland funktioniert. Deshalb brauchen wir eine vorausschauende Krisenkommunikation, die die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig über neue Entwicklung in der Pandemie und deren Bekämpfung verständlich informiert.

Die Sicherheit von Patientinnen und Patienten hat höchste Priorität. Das schnelle Handeln der Bundesregierung war richtig und beweist, dass wir in die Arbeit von Paul-Ehrlich-Institut und der Ständigen Impfkommission Vertrauen haben können. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch in den kommenden Wochen und Monaten die Empfehlungen der STIKO auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse von diesem oder anderen Impfstoffen weiter angepasst werden. Die aktuelle Kommunikation zur geänderten Impfempfehlung der STIKO für den AstraZeneca-Impfstoff war gut vorbereitet und differenziert.

Der AstraZeneca-Impfstoff wird nach wie vor zur Corona- Bekämpfung hier und global benötigt. Deshalb ist der differenzierte Einsatz wesentlich, denn je mehr Menschen geimpft werden, um so schneller werden wir die Pandemie überstehen können. Den Impfstoff nun komplett abzulehnen wäre falsch. Wir können in der aktuellen Situation mit den steigenden Inzidenzen nicht auf ihn verzichten. Doch der politische Druck, unter dem aktuell Entscheidungen gefällt werden, schadet dem Gelingen der Impfstrategie.

Ungeachtet dessen bleiben noch folgende Fragen für die deutsche Impfkampagne offen:

Wie wird nach der Einschränkung des Anwendungsbereichs des AstraZeneca-Impfstoffs die Impfstrategie gewährleistet?

Was passiert mit denen, die bisher nur eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben? Bekommen Sie eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff?

Vor allem Menschen in pädagogischen Berufen, in denen sehr viele Frauen arbeiten, werden nun nicht ihre geplante Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff erhalten können: Welche Konsequenzen hat das für Schulen und Kitas?

Wie kann die Krisenkommunikation für Impfenden und Geimpften beispielsweise durch eine Hotline oder zentrale Ansprechstelle besser geregelt werden?

Welche Strategie verfolgt die Bundesregierung im Umgang mit unerwünschten Nebenwirkungen der Impfungen?

Die Antworten hierauf bleibt die Bundesregierung schuldig und gefährdet damit das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Impfstrategie.

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