Pressemitteilung

Corona-Prämie muss zügig ausbezahlt und solidarisch finanziert werden

Zur Corona-Prämie für Pflegekräfte in Krankenhäusern erklären Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik, und Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik:

„Es ist höchste Zeit, dass auch das Pflegepersonal in Krankenhäusern eine Corona-Prämie bekommt. Wir befürchten allerdings, dass sie zu spät kommt, um von den Pflegekräften noch als Zeichen der Wertschätzung für ihren persönlichen Einsatz aufgenommen zu werden. Viele Pflegekräfte gehen bei ihrer Arbeit ein erhöhtes Risiko ein, wenn sie den Mindestabstand nicht einhalten können und in direkten Kontakt mit Corona-Infizierten kommen. In der andauernden Pandemie setzen diese Menschen ihre eigene Gesundheit aufs Spiel, um die Gesundheit anderer Menschen zu fördern, Krankheiten zu verhüten, Gesundheit wiederherzustellen und Leiden zu lindern. Nicht nur in stationären Pflegeeinrichtun gen, sondern auch in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen sind die Pflegekräfte an oder über ihre Belastungsgrenze hinausgegangen, um die Versorgung in einer Zeit aufrecht zu halten, in der ein gestiegener Personalbedarf und der gleichzeitige Wegfall von Leiharbeitskräften die ohnehin angespannte Situation vielerorts noch weiter verschärft haben.

Es ist den Menschen nicht zu erklären gewesen, dass die Bundesregierung zunächst nur in der Langzeitpflege den sogenannten Pflegebonus bewilligt hat, während Pflege doch auch an vielen anderen Stellen im Gesundheitswesen stattfindet. Es ist deshalb bedauerlich, dass das Personal in der Rehabilitation jetzt auch bei der nun gefundenen Regelung leer ausgehen soll. Man kann nur hoffen, dass die Bundesregierung aus den Umsetzungsproblemen bei der Corona-Prämie für die Langzeitpflege gelernt hat. Die Corona-Krise können wir nur meistern, wenn wir den stark geforderten Fachkräften mehr Wertschätzung entgegenbringen. Auch das ist eine Aufgabe der solidarischen Finanzierung, weshalb sich auch die privaten Krankenversicherungen beteiligen sollten. Jetzt kommt es darauf an, dass zeitnah nachgebessert und die Prämie schnell und unbürokratisch ausbezahlt wird, damit nicht noch mehr Zeit ins Land geht.“

Mehr Informationen zum Antrag „Wertschätzung für Pflege- und Gesundheitsberufe ausdrücken – Corona-Prämie gerecht ausgestalten“ der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen finden Sie: hier.