Pressemitteilung

Maßnahmen zur Eindämmung des Gelbfieberausbruchs in Angola

Zur Drucksache 18/8191


Welche Maßnahmen der Seuchenprävention und -bekämpfung ergreift die Bundesregierung, um den derzeitigen Gelbfieberausbruch in Angola einzudämmen, und inwieweit beteiligt sich die Bundesregierung im internationalen Rahmen daran, den akuten Impfstoffengpass gegen das Gelbfieber zu beseitigen, um eine weltweite Ausbreitung zu verhindern (vgl. Süddeutsche Zeitung „Virus auf dem Sprung“ vom 5. April 2016)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Silberhorn vom 13. April 2016

Das Gelbfiebervirus wird durch Stechmücken übertragen und kann Menschen und Affen befallen. Zumeist treten kleinere Ausbrüche in Waldgebieten auf. Wenn diese sich in urbanen Regionen ausbreiten, können je nach Durchimpfungsgrad der Bevölkerung auch größere Ausbrüche entstehen. Verbreitungsgebiet ist das tropische Afrika und Südamerika.

Bisher soll es sich um ca. 1 500 Fälle mit einer Sterblichkeitsrate von 14 % handeln. 16 der 18 Provinzen des Landes haben inzwischen Verdachtsfälle gemeldet.

Die angolanische Regierung hat einen Fünf-Punkte-Plan zur umfänglichen Bekämpfung des Gelbfieberausbruchs vorgestellt, den sie mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen internationalen Partnern umsetzen möchte. Eine Impfkampagne führte bereits zu einer fast 90%igen Impfquote im Hauptstadtbereich.

Die internationalen Krisenreaktionsmechanismen für Epidemien, die von Deutschland mitinitiiert wurden, sind bereits aktiviert. So hat die WHO aus dem nach der Ebola Epidemie eingerichteten Notfallfonds (Contingency Fund for Emergencies) und aus dem regionalen afrikanischen Notfallfonds insgesamt 790 000 US$ zur Verfügung gestellt. Seit Februar hat die WHO 65 Experten entsandt, um die Koordination der Maßnahmen vor Ort zu unterstützen. Das Robert-Koch-Institut sowie das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin stehen ebenfalls über die WHO zur personellen und technischen Unterstützung bereit. Über die WHO werden 3 Mio. zusätzlicher Impfdosen aus internationalen Notfallreserven nach Angola umgeleitet.