Pressemitteilung

Zuwachs der Eigenanteile in der Pflege ist dramatisch

Zu den aktuellen Zahlen des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) zu Eigenanteilen in der Pflege erklärt Kordula Schulz-Asche:

„Die Pandemie ist nicht die einzige Herausforderung, vor der wir in der Pflege stehen. Die explodierenden Eigenanteile belasten die pflegebedürftigen Menschen immer stärker. Mit einem Zuwachs von 14 Prozent innerhalb eines Jahres ist der Eigenanteil allein bei den Pflegekosten von durchschnittlich 731 auf aktuell 831 Euro gestiegen. Das ist dramatisch und für viele Menschen nicht mehr zu stemmen. Die Pflegeversicherung, die eigentlich für Unterstützung sorgen sollte, steht heute einer gesellschaftlichen Solidarität der Versichertengemeinschaft im Wege. Ihre derzeitige Systematik verhindert, den pflegebedürftigen Menschen die notwendige Pflege zukommen zu lassen und die betroffenen Familien bei den Pflegekosten zu entlasten. Bislang übernimmt die Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten für Pflege, während die pflegebedürftigen Menschen die ständig steigenden Eigenanteile tragen müssen. Wir müssen diesen Trend endlich stoppen. Deshalb bieten wir mit der doppelten Pflegegarantie eine pragmatische Lösung, wie wir die Eigenanteile schnell senken und dauerhaft deckeln können. Zukünftig soll die Pflegeversicherung alle darüber hinaus gehenden Pflegekosten übernehmen. Außerdem wollen wir die Fachpflege aufwerten und aus der Krankenversicherung finanzieren. Das verhindert, dass Pflege zu Altersarmut führt, und entlastet die Kommunen, die für steigende Ausgaben der Hilfe zur Pflege aufkommen müssen.

Der Umbau der Pflegeversicherung ist eine gewaltige Reform, die ein breites politisches und gesellschaftliches Zusammenwirken braucht. Wir müssen Hand in Hand arbeiten, damit der so dringend notwendige Umbau der Pflegeversicherung endlich stattfindet. Deshalb ist es nur schwer nachvollziehbar, warum der Bundesgesundheitsminister nicht langsam in die Puschen kommt. Die Schuldenuhr der Bundesregierung bei den pflegebedürftigen Menschen und ihren Familien tickt immer schneller.“